what we need II

what we need II

Hier sind nochmal die zehn Grundbedürfnisse zum Nachlesen. Die Idee mit diesen zu arbeiten, entsprang ursprünglich aus der Austellung „All we need“ in Luxemburg, der Kulturhauptstadt Europas 2007. Diese sehr interessante Ausstellung thematisierte die aufgestellten Grundbedürfnisse von Manfred Neef und verarbeitete sie in einer beeindruckenden Weise. Unserer kleiner Versuch das Relax bis Stand up mit den Menschen in Verbindung zu bringen ist dabei einfach eine kleine Weiterüberlegung.

Muße – Relax

„Muße ist ein äußerst geistesgegenwärtiger Zustand in dem du deine Gedanken und Ideen frei fließen lässt, wo immer sie auch wandern wollen.“
In der Antike galt als Muße das Freisein von Staatsgeschäften und von Verpflichtungen im Haushalt. Die Philosophen jener Zeit schätzten sie höher als Arbeit. Plato erachtete die „Schau der Dinge (Theoria)“ gar als eine Voraussetzung für philosophische Tätigkeit. In der Neuzeit wurde geistige Betätigung als Arbeit begriffen, damit erfuhr die Muße eine Abwertung zum – geringgeschätzten – Müßiggang. Bis in die Gegenwart bleibt etwa Arbeitslosigkeit – als unfreiwilliger Müßiggang – mit einem Makel behaftet und droht dem Leben seinen Sinn zu nehmen. Freie Zeit verstanden als ein Innehalten. Sie lädt ein zum Nichts-Tun im Sinne von nichts Absichtsvolles tun oder zum bewussten Unterlassen von Aktivitäten: träumen, den Gedanken zur Entfaltung kreativer Ideen, Fantasien und Utopien freien Lauf lassen; sich selbst Entspannung zum Erhalt der Gesundheit gönnen; die Wahrnehmung des eigenen Körpers schärfen.

Überleben – Survive

„Mach dir eine Liste mit all den Sachen die du hast und kaufst und nicht brauchst und dann mach dir eine weitere Liste mit all den Sachen die du wirklich hast und wirklich brauchst.“
Im eigentlichen Sinn bedeutet Subsistenz Selbständigkeit. Das Wort meint ein Durch-sich-selbst-Existieren.
Dazu gehören mehrere Aspekte: „Unter Subsistenzproduktion soll nicht nur die unabhängige, materielle Lebensgrundlage verstanden werden, sondern auch jene zur Befriedigung sozialer und spiritueller Bedürfnisse sowie deren Sicherung für die Zukunft. Der Wunsch zu „überleben“ beinhaltet mehr als die nach Sicherung der Existenz. Es geht auch um die Erhaltung der physischen und mentalen Gesundheit. Das soziale Umfeld oder die Anpassungsfähigkeit spielen dabei eine große Rolle. Denn ohne diese letzteren Aspekte ist ein Überleben des Menschen nicht möglich.

Freiheit – Choose

Ich tue, ich agiere, ich glaube, weil ich davon überzeugt bin und solange ich an dieser Überzeugung festhalten kann, bin ich frei.“ Frei sein zu wollen ist ein Bedürfnis, das allen Menschen gemeinsam ist. Freiheit bedeutet die Abwesenheit von Fremdbestimmung, von äußerem und innerem Zwang durch Menschen oder Institutionen (Staat, Gesellschaft, Kirche) . Sie beinhaltet Wünsche, Hoffnungen, Möglichkeiten, Rechte und Pflichten. Nicht immer entscheiden Menschen selbst darüber, ob sie diese wahrnehmen können. Nicht zuletzt sind politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen entscheidend.
Individuelle Freiheiten innerhalb einer Gesellschaft erlauben den Menschen, einen eigenen Lebensstil zu pflegen. Sie sind in allen Lebensbereichen von Bedeutung: Religionsfreiheit, Bewegungsfreiheit, Weltanschauung, Arbeit, Politik, Gleichbehandlung, Meinungsfreiheit und viele andere mehr. Das individuelle Bedürfnis nach Freiheit zu befriedigen erfordert Toleranz und Bewusstsein von allen für alle. Die persönliche Entfaltung sollte andere weder beeinträchtigen noch missachten.

Liebe – Love

„Die erste Erfahrung wenn wir ins Leben treten, ist das Erleben von Liebe die eine Mutter schenkt wenn sie uns zur Brust nimmt und umarmt. Warum ist es so schwierig diese Liebe später nicht aufrecht zu halten? “ Die Liebe ist das am meisten ersehnte, umworbene, gepriesene und besungene menschliche Gefühl. Für den Sozialwissenschaftler und Psychotherapeut Erich Fromm ist sie das tiefste, realste Bedürfnis jedes Menschen. Wir kennen viele „Arten“ der Liebe: Nächstenliebe, Liebe zu Gott, Selbstliebe, Geschwisterliebe, Partnerliebe, Liebe zwischen Eltern und Kindern, Tierliebe, Liebe zur Natur, Freiheitsliebe. Darin spiegeln sich die vielfältigen sozialen Beziehungen der Menschen zu ihrer Umwelt.

Identität – Belong

„Stell dir nur mal folgende Szene vor: Du bist allein, mitten in einer Wüste, nichts ist um dich herum und du stehst vor einem Spiegel, nackt. Du siehst dich an. Kannst du sagen wer du bist?“
„Identität ist das Bewusstsein, ein unverwechselbares Individuum mit einer eigenen Lebensgeschichte zu sein, in seinem Handeln eine gewisse Konsequenz zu zeigen und in der Auseinandersetzung mit anderen eine Balance zwischen individuellen Ansprüchen und sozialen Erwartungen gefunden zu haben.“ Der Mensch strebt nach Anerkennung, Zugehörigkeit und Selbstverortung. Auch das gehört zur Identität. Und sie beinhaltet sowohl formelle Merkmale, Zugehörigkeiten als auch soziale und individuelle Erfahrungen.

Schutz – Protect

„Schutz besteht nicht daraus dass ich mich sicher fühle. Wir befriedigen alle Bedürfnisse auf drei Ebenen im Verhältnis zu uns selbst, im Verhältnis zu anderen und im Verhältnis zu welcher wir alle gehören, zur Natur.“ Das Bedürfnis nach Sicherheit ist vielfältig. Manfred Max-Neef versteht darunter nicht nur Schutz vor psychischen und physischen Gefahren, sondern im weiteren Sinne auch Rahmenbedingungen für soziale Sicherheit, Gesundheit. Gefühle der Geborgenheit und Verbundenheit gehören ebenso dazu wie die Sicherung der wirtschaftlichen Lage und der politischen Verhältnisse.

Verstehen – Understand

„Was die Welt braucht ist nicht mehr Wissen, sondern mehr Verständnis“
Um in der Welt zu überleben, muss der Mensch seine Umgebung interpretieren können, das heißt, er muss sie verstehen. Er muss imstande sein zu deuten, was die Natur ihm zeigt und die anderen Menschen von ihm wollen. Und nur so lässt sich ein eigener Platz im Gesellschaftsgefüge finden. Aus vielen Erfahrungen entsteht im Laufe eines Menschenlebens eine geordnete Sicht der Dinge und der Verhältnisse, eine so genannte Weltanschauung. Sie ist die Summe aller Begriffe, Vorstellungen und Einschätzungen, allen Wissens und Glaubens, aller Erkenntnisse, auf deren Grundlage jeder Mensch als Individuum die Welt um sich herum begreift und seine Handlungen plant.

Kreativität – Create

„Kreativ sein bedeutet seiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Kreativität bedeutet nicht etwas zu erfinden was es nicht gibt sondern etwas was es bereits gibt mit anderen Augen zu sehen.“
Kreativität lässt den Menschen neue Ideen entwickeln und Probleme lösen. Sie ist eine natürliche Fähigkeit, die bei jedem Einzelnen unterschiedlich ausgeprägt ist. Dennoch verfügen alle Menschen über kreatives Potential. Wer etwas erzeugt, herstellt, baut, fortentwickelt oder mit sonstigen geistigen Herausforderungen konfrontiert ist, benutzt seine Kreativität. Kreativität ist Individualität und macht einzigartig.

Transzendenz – Dream

„Transzendenz ist eigentlich – so wie ich es sehe – kein menschliches Bedürfnis. Es ist das Endergebnis eines ganzen Lebens.“ Transcendere ist Lateinisch und heißt hinübergehen oder überschreiten. Transzendenz überschreitet die Bereiche von Vernunft, intellektueller Wahrnehmung und des Vorstellungsvermögens. Es geht um Intuition und/oder Glauben, beide können die Sphäre des Übernatürlichen erlebbar machen. Alle klassischen Religionen befassen sich mit Transzendenz. Andere Ansätze werden meist unter dem Begriff Spiritualität zusammengefasst. Spiritualität (vom lateinischen: spiritus = Geist, Hauch) bezeichnet sowohl das Bewusstsein, dass der Mensch seinen Ursprung einer transzendenten Instanz verdankt oder zu einer solchen in Beziehung steht, als auch die entsprechende Lebenspraxis.

Partizipation – Stand up

„ Wir sind alle, jeder ist verantwortlich für die Welt die wir haben“.
Menschen haben das Bedürfnis sich am gemeinschaftlichen Leben zu beteiligen und ihr Umfeld mitzugestalten. Dieser Wunsch ist mit Verantwortung verbunden. Es sei eine Voraussetzung für eine bessere Welt, zu verstehen, „dass dein Leiden auch mein Leiden, dein Glück auch mein Glück ist“. In der Diskussion um soziale Gerechtigkeit etwa wird über die gerechte Teilnahme, also über die Verteilung des Reichtums gestritten. Um die gerechte Teilgabe sei es noch schlechter bestellt. Es gehe dabei um wichtige Fragen: Wie wollen wir leben? Was brauchen wir zum Leben, mehr noch, was brauchen wir nicht ? Die Entscheidungen darüber sind uns jedoch vielfach genommen. Sie werden uns als Sachzwang zum Schicksal. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.A

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